Etappe 10  – Schutzhütte Hexenplatz unterm Blauen  – Badischer Bahnhof Basel 33km

Start um 6.30 Uhr am Hexenplatz etwas 2,5 km nach dem Blauengipfel und dann geht’s zuerst noch auf die Sausenburg „hoch“.

Dort wecke ich ein paar Schläfer, die im Burghof ihr Lager aufgeschlagen hatten. Den Bergfried hab ich natürlich bestiegen und einige Fotos geschossen.

Der nächste Zielort hieß Kandern. Auf dem kleinen Marktplatz decke ich mich mit Vesper (Pfefferbeißer und Wurstweck) ein und im nächsten Edeka hole ich noch einen Liter Mineralwasser, da mein Wasservorrat ja sehr zu wünschen übrig ließ.

Nach Kandern gelange ich nach Hammerstein und dort hab ich wohl eine Abzweigung verpasst, da aber die Richtung nach Wollbach ging lief ich einfach weiter. Eine kleine Schattenpause unter einem Kirschbaum ließ mich erkennen, dass auf dem Baum schon reife Früchte hingen und die ganz Schwarzen schmeckten auch ganz besonders gut. Nach zehn Kirschen oder so, hab ich dann aufgehört zu naschen. Weiß jemand bis wieviel Mundraub zählt? 😉

Außerdem kam hinter mir auf dem gleichen Weg jemand gelaufen. Es war eine junge Mutter mit Kinderwagen und ihrem gerade mal 16 Tage alten Sohn. Sie war auf dem Weg zum nächsten Bauernladen um einzukaufen. Sie erklärte mir, dass man dort auch gut frühstücken und etwas trinken könne. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Auch wenn es bei dieser Hitze ein Stück den Berg hoch ging – die Aussicht auf etwas Kühles, Frisches gab mir die Kraft dazu. Ein großes Coke und ein Kristallweizen mussten sein für meinen von der Sonne ausgetrockneten Körper. Dann noch die leeren Trinkflaschen gefüllt und weiter gings. Wenige Meter hinter dem Bauernhof fand ich auch die verlorene Wegstrecke wieder. Also – alles wieder im Lot!

Es ging durch Wollbach  und „hoch“ auf die Burg Rötteln. Eine schöne Burgruine mit Burgmuseum und tollem Ausblick vom Bergfried. Nach der Besichtigung lockte die Burggaststätte/Biergarten zu einer weiteren Leckerei: Steak mit Kräuterbutter und Pommes – dazu wieder ein Coke und ein Radler.

Nicht zu vergessen: nahe der Burg stand das letzte Westweg-Portal mit Stempel für meine Westwegtour-Karte.

Nun bog ich also auf die Zielgerade nach Basel ein, aber vorher musste ich in Tumringen noch einen gewaltigen Anstieg bewältigen, bis es wieder einige Kilometer geradeaus ging. Gott sei Dank gabs in Tumringen einen Brunnen mit Trinkwasser an dem ich mich erfrischen konnte (wäre am liebsten hinein gelegen) aber am wichtigsten, zwei gefüllte Flaschen Wasser für den schon erwähnten Aufstieg in den Rucksack laden konnte.

Irgendwann so etwa 11km vor dem Ziel, begann der „heiße Abstieg“ (Sonne/Kopf – Brennen/Füße vom Abwärtsbremsen) Richtung Basel. Dann zum Endspurt gabs noch ein paar Kilometer entlang der Wiese (ein Fluß/Kanal) deren Ufer an diesem heißen Tag ganze Horden Badende, Grillende und Sonnende bevölkerten.

Endlich kam ich am Ziel an, dem Badischen Bahnhof, nach 296km und 10 Tagen. Im Reisezentrum fragte ich nach der nächsten Möglichkeit zurück nach Pforzheim zu gelangen. Die Dame schaute in ihren Monitor und meinte in 6 Minuten startet mein Zug auf Gleis 4. Ob ich das noch schaffe fragte ich – Sie meinte: wenn ich vorher nichts mehr einkaufe im Bahnhof auf jeden Fall. 😉

6 Minuten später startete ich nach Pforzheim und mein Abenteuer war sozusagen beendet.

Vom Zug aus informierte ich meinen Schatz zu Hause und überraschte sie mit dem früheren Zurückkommen. Martina und Thomas begleiteten sie um mich in Pforzheim abzuholen.

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Etappe 9  – Schutzhütte Am Trubelsmattkopf – Schutzhütte Hexenplatz unterm Blauen 27km

DSCN2567Aufstehen 5:30 Uhr – Abmarsch 6:38 Uhr . Zuerst über die Wiedener Hochweide mit herrlicher Sicht – sogar die Alpen kann man schwach erkennen – nach 3,5 km bin ich am Wiedener Eck wo mich wieder ein Westweg-Portal mit Stempel erwartet. Der 9. Stempel, weil ich am Feldberg kein Portal und keinen Stempel finden konnte. Bin ich so blind????

Vom Wiedener Eck (1037m Höhe) gehts weiter – mit Umleitung des Westweges wegen Holzarbeiten – zur Krinne (1119m Höhe) und kurz darauf auf den Belchengipfel (1414m Höhe)

Vorher hatte ich noch ein kurzes Gespräch mit einem Rentner aus Staufen der mit seinem 1jahrigen Hund zum ersten Mal (der Hund) auf den Belchen stieg.

Oben am Gipfelkreuz eine geniale Fernsicht und im Belchenhaus auf der Terrasse  gönne ich mir (was wohl?) . . . ein Weizenbier zur Kartoffelsuppe und zum Fleischkäse mit Bratkartoffel. Nach dem Essen kommt die Arbeit. Der lange Abstieg über Hohe Kelch zum Haldenhof. Dort fülle ich meine inneren und äußeren Flüssigkeitsdepots noch mal auf um dann auf den Blauen (1167m Höhe) auf zu steigen.

Dort angekommen konnte ich mir gerade noch ein kühles Cola im Shop kaufen und schon machte der Laden zu. Das Blauenhaus, war wohl gar nicht geöffnet  und so gab es die Option auf dem Gipfel zu übernachten und Abend zu essen nicht.

Kurzes zweimal unterbrochenes Gespräch mit meinem Liebling und Abmarsch abwärts bis zum Hexenplatz. In der dortigen Schutzhütte mache ich es mir gemütlich und verbringe dort eine kurze Nacht. Da der Wasservorrat kein Abendessen und Frühstück zu ließ, plante ich sehr früh in die nächste (vorletzte) oder sehr lange (letzte) Etappe zu starten. Was genau würde erst der nächste Tag zeigen.

Heute waren es 27 km mit vielen Höhenmetern.

Etappe 8  –  Fürsatzhöhe vor Titisee – Am Trubelsmattkopf 33,2km

P1020570Nach dem gemeinsamen Frühstück im Wanderheim Berghäusle mit dem Hüttenwirtspaar Sabine und Ben mache ich mich gegen 9 Uhr auf den Weg nach Titisee (858m Höhe). Vorbei am nördlichen Seeufer geht es nach Hinterzarten und dort beginnt dann der lange Anstieg zum Feldberggipfel (1493m Höhe)

Vorher schau ich noch am Feldseeblick in den unter mir liegenden tief schwarzen See.

Am Feldbergplateau angekommen mache ich noch einen 1,2 km Abstecher zum Bismarckdenkmal und dem Blick hinab zu den Hotels wie Feldberger Hof und der Talstation des Sessellift. Weiter gehts dann zum Gipfel auf 1493m und danach auf dem Westweg weiter bis zur St. Wilhemer Hütte wo ich mir eine Bratwurst mit Kartoffelsalat und ein Weizenbier genehmige. Nun kommt ein langer „Hatsch“ bis Stübenwasen und Notschrei und 3,5 km vor Ende der Etappe schlage ich in der Schutzhütte Am Trubelsmattkopf (1282m Höhe) meine Schlafstätte auf.

Bin gespannt, was die Küche heute noch zu bieten hat!?!? 😉

Etappe 7  –  Neueck  –  Fürsatzhöhe vor Titisee 22km

P1020516Der Platz im Wald war ruhig und frei von Störungen. Nach dem Aufwachen gab es erst mal  Frühstück, heute Nudeln mit Hühnchen und dazu eine Tasse Kaffee. Nach dem Geschirrsäubern hab ich den Rucksack startklar gepackt.

Vielleicht noch einen Begebenheit aus der Nacht an dieser Stelle: Wohl wissend, dass das Wetter umschlagen wird, hab ich nach der ersten Schlafphase mit dem Gedanken gespielt den Wetterbericht im Internet zu konsultieren. Da ich mitten in der „Pampa“ war, glaubte ich nicht einen Netzempfang zu haben. Aber doch – ich hatte Kontakt und konnte so meine Wetterinfos die ich benötigte abfragen. Nach diesen Infos würde mir die herannahende Front nicht den ganzen Tag Zeit lassen unbehelligt zu wandern. Deshalb hieß es: je früher starten – je mehr Kilometer konnte ich ohne Regen laufen. So war es dann auch.

Von meinem Schlafplatz startete ich gegen 7:15 Uhr mit der schon aufgegangen Sonne in Richtung Kalte Herberge (1029m Höhe), die ich nach 6 km erreichte. Es war gegen 9 Uhr als ich dort die Chefin fragte ob ich um diese Zeit schon etwas zu Essen  bekommen würde, und zwar einen schwäbischen Wurstsalat und 1 Weizenbier. Nach nur kurzer Überlegung sagte sie zu und wenige Minuten später konnte ich mein zweites Frühstück zu mir nehmen. Nach dem abschließenden Capu und dem halben Liter Mineralwasser für meine Trinkflasche konnte es weitergehen. Vorbei am Lachenhäusle, Schweizerhof und Weißtannenhöhe, kam ich zur Fürsatzhöhe.

Seit gegen 13 Uhr der Regen eingesetzt hatte, lief ich in voller „Regenmontur“ (Regenhose, Regenjacke, Schirm griffbereit und Rucksack abgedeckt). So kam ich im Berghäusle an. In dem Wanderheim war ich wohl der einzige Gast und nach dem ich die Regenklamotten ausgezogen hatte, bestellte ich mir ein (?) . . . klar doch . . . .Weizenbier.

Der Telefontest zeigte Netzkontakt und so hatte ich Gelegenheit meinen Schatz zuhause zu informieren, über Standort und weitere Pläne. Gerade als ich telefonierte setzte der Regen wieder ein und auch das Radarbild und der Ballonbericht für den Rest des Tages waren nicht toll. Also fragte ich, ob ich hier übernachten könnte und so bekam ich das einzige Zimmer mit Dusche im Raum. Ein wenig Schlaf gönnte ich mir vor dem Abendessen. Gegen 19 Uhr ging ich zum Essen in die Wirtsstube und dort waren noch zwei Gäste vom Ort die sich ihr Abendbier gönnten. Mit ihnen unterhielt ich mich  und nach Essen, Weizenbier und einem Viertel Grauen Burgunder legte ich mich zur Ruhe.

Also heute nur 22km! Gute Nacht.

Etappe 6  –  Farrenkopf – Neueck 30,3km

P1020454Wie schon erwähnt, beginnt der Tag ohne Frühstück und ich starte am Farrenkopf um über Büchereck, Haselberg zur Prechtaler Schanze zu gelangen. Von dort kommt als nächstes der Huberfelsen von dem man einen schönen Ausblick in die Gegend genießen kann. Über Fährlefelsen, Karlstein komme ich zur Schönen Aussicht, eine moderen Hotelanlage, wo ich mir auf der Sonnenterrasse das Frühstück spare und gleich einen Wurstsalat mit Weizenbier bestelle. Kaum hatte ich begonnen zu essen verdunktelte sich der Himmel und aus schwarzgrauen Wolken begann es zu tropfen. Da ich mich eng an der Hauswand platziert hatte konnte ich gut weiter essen und auch noch einen Cappuchino trinken. Danach hörte der Wetterspuk wieder auf und ich konnte trockenen Fußes meine Wanderung fortsetzen.

Weiter gings über Rendsberg zur Versperstube Silberberg. Da gabs das gleiche Wetterspiel noch mal. Ich hab ein Radler bestellt und danach noch Kaffe und Rhabarberkuchen. Danach ließ es soweit nach, dass ich wieder starten konnte. Auf der jetzt folgenden Wilhelmshöhe/Schonach gabs den nächsten Stempel für meine Karte. Über Wolfsbauernhof gelangte ich nun zum Moorgebiet Blindensee, wo Bohlenwege dem Wanderer den Weg durchs Moor erleichtern und sichern.Über Weißenbacher Höhe vorbei an der Martinskapelle mache ich mich auf den Anstieg zum Brend, dem höchsten Berg des mittleren Schwarzwaldes.(1149m Höhe)

Die Rundumsicht auf dem Brend war jetzt nicht so spektakulär aber den Feldberg, mein nächstes Ziel, konnte man von da aus deutlich erkennen.

Jetzt ging die „Hatscherei“ los, entlang der Straße ging es eine ganze Weile bis man endlich wieder in den Wald abbiegen konnte. Jetzt reichte es mir für heut und ich suchte mir im Wald ein moosiges Plätzchen um mein Zelt aufzuschlagen und die Nacht zu verbringen.

Etappe 5  – Harkhof    – Farrenkopf 29,7km

P1020400Morgens, nach einem feinen Frühstück starte ich auf dem Harkhof über die Kreuzsattelhütte bis zur nächsten Kreuzung. Hier musste ich mich entscheiden, die längere Brandenkopf-Variante oder den Normalweg zu wählen. Ich entscheide mich für die Brandenkopfvariante, zumal ich hier schon mal gewandert war. Unterwegs machte ein Schild darauf aufmerksam, dass Montag Ruhetag auf dem Brandenkopf-Ausflugslokal ist, das hinderte mich aber nicht daran, weiter zu gehen und oben dann einen herrlichen Blick rundum zu genießen. (935m Höhe). Beim Hirzwasen kreuzt die Variante den Großen Hans-Jakob-Weg und vereint sich wieder mit dem Standard-Westweg. Über Ebenacker gehts nun zur Hohenlochenhütte (650m Höhe) wo ich -was Zufall?- die Wanderer vom Vortag auf dem Harkhof wieder treffe. Sie sind später gestartet und die Normal-Variante gelaufen. Wir unterhalten uns ein wenig und beim weiteren Verlauf treffe ich die beiden Gruppen nochmals wieder. Auch beim im Tal einsetzenden Wolkenbruch in Hausach laufen mir beide wieder über den Weg. So schnell wie er gekommen war, so schnell war der Wolkenbruch auch wieder vorbei. Trocken marschiere ich die Hauptstraße von Hausach entlang und gönne mir einen Döner und ein Cola, bevor ich in Hausach zur Burg Husen hochmarschiere. Am dortigen Schloßbrunnen fülle ich meine Wasserflaschen und mache mich auf die Schlüsselstelle – den Anstieg auf den Farrenkopf (von 237m bis 790m Höhe) –  in Angriff zu nehmen. Dort angekommen treffe ich auf einen „Northbounder“ (läuft den Westweg von Basel nach Pforzheim) sowie ein Pärchen mit Zelt, das ihr Lager vor der Hasemann-Hütte aufgeschlagen hatte). Mangels Wasser gab es bei mir am Abend kein Essen und am nächsten Morgen auch kein Frühstück. Der Döner muss so lange reichen !!!!

Heute schlief ich in der Hütte und mitten in der Nacht kam noch ein Franzose der auch von Basel nach Norden unterwegs war bei der Hütte an und legte sich zum Schlafen ins Obergeschoss.

Es wurde eine ruhige Nacht und man lernt bei so einer Wanderung auch auf schmalen Sitzbänken in Schutzhütten zu schlafen.

Etappe 4 Schliffkopf – Harkhof 30,4 km

P1020265_tonemappedVor dem Frühstück mussten jetzt erst mal verschiedene Fotos vom Sonnenaufgang aufgenommen werden. Es war so eine herrliche Lichtsituation. Nach dem obligatorischen Frühstück und dem Rucksackpacken starte ich um 7:15 Uhr in den neuen Tag.

Nach dem Sonnenaufgang begannen aber die Wolken den Himmel zu zuziehen. Ob es wohl Regen geben würde? Zum Wandern war das angenehm so mit dem bedeckten Himmel aber die Sorge vor Regen im Kopf ist halt immer vorhanden. Den Schliffkopfrundweg nimmt man zum Teil mit, dann geht es weiter nach Zuflucht und Alexanderschanze (965m Höhe). Dort vermisste ich das Westweg-Portal, nur ein Stempel war an einem mickrigen Metallpfosten angebracht und der Stempel war anscheinend auch noch vertrocknet. 😦

Da ich schon vorher beschlossen hatte, mir beim Besucherzentrum in Kniebis meine Westweg-Etappen-Faltkarte nachzukaufen, die ich zuhause vergessen hatte, waren jetzt zusätzliche 1,5 km hin und 1,5 km zurück angesagt. Also ab nach Kniebis. Unterwegs fragte ich eine aus Kniebis kommende Wanderin, ob sie wisse, ob das Besucherzentrum am Sonntag geöffnet habe. Sie bemerkte, dass dort um 10 Uhr geöffnet wird. Das beruhigte mich mal auf jeden Fall, diesen Weg nicht umsonst zu gehen. Dort angekommen stelle ich fest, dass dort das vermisste Westweg-Portal mit einem funktionierenden Stempel steht und so konnte ich meine Karte um den 5. Stempel ergänzen. Ich kaufte meine vermisste Teilettappen-Karte, darin hat man jede Tagesetappe im Überblick auf einer Seite und was besonders wichtig ist, dort sind Quellen und Schutzhütten sowie Gasthäuser eingezeichnet.

 

Übrigens: Für die Navigation braucht man keine Karte, der Westweg ist so ideal beschildert, dass jeder der nicht blind ist, ohne Karte von Pforzheim nach Basel laufen kann. Außerdem entwickelt man mit der Zeit eine gewisse Routine und weiß bald wo man die Hinweisschilder oder Wegmarkierungen zu erwarten hat.

Beim Besucherzentrum gab mir die Mitarbeiterin den Tipp in der benachbarten Kniebishütte ein sonntägliches Weißwurstfrühstück zu genießen. Ja, hörte sich gut an . . . leider gibts das nur jedes zweite Wochenende im Monat und ich war am falschen Wochenende unterwegs. Dennoch zu einem Weizenbier setzte ich mich kurz nieder und füllte meine Wasserflaschen mit einem Liter Mineralwasser auf. Ein kurzes Gespräch mit meinem Liebling zuhause informierte wie meine derzeitige Position ist und was ich als nächstes vor habe. Dann ging es weiter . . .wieder die 1,5km zurück auf den Westweg und weiter zum Aussichtspunkt Renchtal (915m Höhe) Da ich zu diesem Zeitpunkt immer noch nichts gegessen hatte, freute ich mich auf die in der Karte erwähnte Hilda-Hütte und stellt mir vor dort ein feines Hüttenmenü zu mir zu nehmen. Aber leider war auf dieser Hütte keine Bewirtschaftung, nur einige Heuballen lagen wohl für Pferde vor dem Hütteneingang. Es war eine normale Schutzhütte. Also weiter zur Lettstädter Höhe (968m Höhe).

Mittlerweile brannte die Sonne wieder vom Himmel und das Gehen wurde schon merklich anstrengender. Beim Glaswaldsee macht ich eine Pause und wechselte die nassen gegen trockene Socken, dann ging es weiter über Klagstein (907m Höhe) und Freienberger Sattel (752m Höhe), wo das nächste Westweg-Portal aus „Hinkelsteinen“ steht. Stempel Nr. 6 wurde kassiert. Nun ist die halbe Karte voll und ich bin schon 1 Etappe zur normalen Zeitplanung voraus. Über die Littweger Höhe (840m Höhe) quäle ich mich noch 4,5 km bis zum Harkhof weiter, wo mich das große Schild Vesperstube aus dem Gleis wirft. 😉

Ich steige die paar Meter hinab zum Bauernhof und bestelle im Lokal was zu Essen, Nur aus Neugierde frage ich, ob es auch noch Zimmer gibt, dann sagt man mir eines wäre noch frei und spontan entscheide ich mich hier zu bleiben und nicht noch die geplanten 3 – 5 Kilometer zu laufen. Das Essen verschiebe ich nach der Dusche, die ich mir als nächstes gönne. Frisch und guter Laune esse ich einen Schwarzwälder Vesperteller – natürlich mit Weizenbier  – und danach noch ein paar Saitenwürste mit Senf – zum Abschluss sitze ich noch mit einigen anderen Gästen und Nachbarn auf der Sonnenterrasse und genieße den schönen Abend.

Alles in allem hab ich an diesem Tag 30,4 km geschafft und habe nun einen Zwischenstand von 120,9 km.

 

TIPP: Harkhof – Tolles Vesper, schöne Zimmer und so wie ich glaube auch preisgünstig. Nur zu empfehlen!

Etappe 3   Badener Höhe – Schliffkopf 27,5km

P1020145_tonemBBBNach der etwas unruhigen Nacht gab es einen ruhigen und wunderschönen Sonnenaufgang. Am Fuß des Turms in den wärmenden Sonnenstrahlen saß ich nun und genieße mein Haferflocken-Frühstück und den Fertigkaffee. Da das Zelt schon verpackt war, dauerte die Packprozedur heute nicht so lang und bald war ich auf dem Weg Richtung Herrenwieser-Sattel. Bei Sand treffe ich zum ersten Mal auf die Schwarzwaldhochstraße B500, deren Verlauf der Wanderweg nun einige Zeit folgt. Beim Schilift Hundseck ist noch alles verschlafen als ich dort ankomme und die Ruinen die dort noch stehen oder zum Teil schon abgerissen wurden, bieten ein nicht so schönes Bild vom Schwarzwaldtourismus früherer Zeiten. Über den Grindengipfel geht es zum Hochkopf.

Vorher mache ich mich aber noch auf die Wassersuche. An einer Weggabelung vor dem Hochkopf stand ein Hinweisschild „Schwabenbrunnen“ 200m. Ich dachte noch, hoffentlich ist es nicht nur eine alte Ortsbezeichnung sondern ein richtiger Brunnen, weil ich nämlich nur noch wenige Tropfen Wasser in meinen Flaschen hatte.

Also los, auf den Weg – 200m sind ja nicht so viel. Dort angekommen stand zwar Wasser in einem Graben an dem Ort der Schwabenbrunnen hieß, aber von Brunnen wie ich sie bisher gesehen hatte, weit und breit nichts zu sehen. Üppiger Grasbewuchs machte mich neugierig und als ich näher herantrat, meinte ich ein leichtes Plätschern zu hören. Meine Ohren führten mich näher an das Wassergeräusch hin. Ich begann einige Grasbüschel zu entfernen und es zeigte sich eine alte Sandsteinwand vermutlich das Brunnenbehältnis früherer Zeit. Im Brunnen selbst war kein Wasser vorhanden, weil der Behälter wohl undicht war, aber das Rinnsal, das den Brunnen eigentlich füllt, plätscherte von der Seite dort hinein. So hab ich mich mit meiner Wasserflasche etwa 30cm in den Brunnen hinab gebeugt und in gefühlt unendlich langer Zeit die erste Wasserflasche gefüllt. Das Wasser war frisch, kühl und hatte eine etwas grünliche Farbe, aber es schmeckte hervorragend. Jetzt noch die zweite Flasche gefüllt und dann wieder weiter zurück auf den Westweg und hoch zum Hochkopf (1039m Höhe) .

Der Hochkopf ist ein Naturschutzgebiet und zum Teil mit Bohlenwegen  versehen. Der Abstieg nach Unterstmatt ist sogar zum Teil mit Granitplatten ausgelegt.

In Unterstmatt angekommen, gönne ich mir in der Hochkopf-Stub ein herrliches Rumpsteak mit Kräuterbutter und Pommes, und weil ein Salat nicht reichte gleich noch einen zweiten Salat hinterher sowie ein feines Weizenbier ich glaube von Ketterer.

Diese Kräftigung war notwendig um den bevorstehenden Anstieg über Ochsenstall zum Hornisgrindengipfel (1164m Höhe) gut überstehen zu können.

Der Bismarckturm bot mir einen herrlichen Rundumblick über den Nordschwarzwald und das Rheintal. Vorbei am Hornisgrinde-Turm geht es nun wieder teilweise schwierig abwärts bis sich uns der Blick auf den Mummelsee (1035m Höhe) öffnet.

Am Mummelsee befindet sich unser nächstes Westweg-Portal und kurz darauf ziert mein vierter Stempel meine Karte. Beim WW-Portal ist auch ein Brunnen zum Erfrischen und Wasser nach zu füllen.

Weiter gehts Richtung Seibelseckle –  der langgezogene Weg zieht sich oberhalb der Bundesstraße und unterhalb von Lothar zerstörtem Waldbestand den Berghang hoch. Voll in der Sonne aber mit herrlichen Ausblicken ins Rheintal. Die „Sonnentour“ endet kurz nach dem Seibelseckle in der Darmstädter Hütte, wo ich mir auf der Terrasse unterm Sonnenschirm ein herrlich frisches Weizenbier gönne.

Weiter gehts nun über den Seekopf zum Wildseeblick – ich befinde mich nun im neu geschaffenen Naturpark Nordschwarzwald, um den es soviel Rummel in Presse, Funk und Fernsehen vorher gab – nach dem Wildseeblick bei dem auch das Grab des 1913 gestorbenen Orientalisten Julius Euting gelegen ist, geht es nach Ruhestein (915m Höhe).

Beim Abstieg neben dem Sessellift hole ich mir meine erste Wasserblase. Dennoch steige ich noch weiter auf zum Schliffkopf (1055m Höhe) wo ich beim Kriegerdenkmal am Schliffkopfrundweg gegen Abend mein Zelt für die Nacht aufschlage. Nach dem Abendessen leg ich mich in meinen Schlafsack und bald war ich eingeschlafen. Die Nacht war ruhig und nicht so stürmisch wie auf der Badener Höhe zuvor. Gegen 6 Uhr morgens locken mich die Sonnenstrahlen und das Zwitschern der Vögel aus meiner kuscheligen Schlafwelt . . .

Etappe 2  Schweizerkopf-Hütte – Badener Höhe 29,6 km

P1020091_tonemBBBUm 6.30 Uhr trieben mich die zwitschernden Vögel aus dem Schlafsack (ok auch die Blase drückte schon wieder).  😉  Da alles nass war und auch das Zelt nass eingepackt werden musste, verzichtete ich auf ein Frühstück vor Ort und wollte es bei nächster besserer Gelegenheit nachholen. Trotzdem dauerte es wegen der noch fehlenden Einpackroutine bis 7.30 Uhr bis ich vom Lagerplatz loslegte.

Nach 3,3 km kam ich zur Hahnenfalzhütte. Sie war zwar nicht geöffnet, bot aber nach dem Nebelmarsch bis hierher einen Unterstand und einen Tisch mit Bank, wo ich mein Frühstück bereiten konnte. So gab es zum ersten Mal Haferflocken mit Milchpulver (neue Erfahrung für mich) und was ich erst im Laufe der gesamten Wanderung immer mehr zu schätzen lernte ist, dass ich am Brunnen bei der Hütte klares frisches Wasser in meine Trinkflaschen füllen konnte. Und man glaubt gar nicht, wie gut so ein frisches Wasser schmeckt.

Nach dem Frühstück nahm ich nun die nächsten Kilometer in Angriff und es ging über Kaltenbronn, Hohlohsee bis zum Hohlohturm. (984m Höhe). Einige Mountainbiker begegneten mir dort und genau wie ich wollten Sie über den Latschigfelsen ins Murgtal nach Forbach absteigen.

Eine herrliche Aussicht gab’s beim Latschigfelsen und dort bot sich auch die Gelegenheit den Sitz der Schuhe zu überprüfen, das steile Absteigen drückte den Fuß immer ganz nach vorne in den Schuh und die Gefahr einer Wasserblase oder von Druckstellen war dadurch stark erhöht. Am Hexenbrunnen bei Gausbach (400m Höhe) war wieder Wasser „bunkern“ angesagt und auch so konnte man sich dort ein wenig erfrischen. Der Fahrstraße entlang gelangt man in den Ort, wo einen das nächste Westweg-Portal empfängt und man seinen dritten Stempel auf die Karte drucken kann.

Über die berühmte Holzbrücke überquerte ich nun in Forbach die Murg (300m Höhe) und ging der Hauptstraße entlang die andere Bergseite an. Da keines der kulinarischen Angebote im Ort mich zu überzeugen wusste, stieg ich eben sofort den steilen Anstieg bis zur Maria-Hilf-Kapelle (380m Höhe) hinauf und am dortigen Brunnen füllte ich meine Wasserdepots erneut auf. Nach einem kurzen Gespräch mit meinem Liebling zuhause, um sie über meine weiteren Pläne und Ziele zu informieren, mache ich mich auf den (mühsamen!) Anstieg zur Wegscheidhütte. Die Wegscheidhütte ist eine neuzeitliche Schutzhütte mit einem Schlafbereich im Dach und Essplätzen mit kleinen Tischen im unteren Bereich. Davor gibt es Holzbänke und -tische und eine Feuerstelle. So dass man dort gut eine Nacht verbringen kann. Ein Hinweisschild informiert darüber, dass in wenigen hundert Metern ein Brunnen frisches Wasser bietet.

Hier blieb ich um mein Mittagessen zu zubereiten. Es gab Nudeln mit Ente und eine Nudeltasse mit Huhn!!! Ein kurzer Gedanke hier die Nacht zu verbringen verdränge ich gleich wieder, weil die Neugier auf die Schwarzenbachtalsperre zu groß ist. Am schon genannten Brunnen fülle ich das beim Kochen verbrauchte Wasser wieder nach und weiter geht’s zum Stausee.

Den Stausee kannte ich schon von verschieden Besuchen, aber noch nie hab ich ihn auf dieser Seite gesehen bzw. bin daran entlang gelaufen. So geht es weiter am Zulauf des Sees, hinauf zum Herrenwieser See und vorbei am Bussemer Denkstein (Philipp Bussemer war ein Baden-Badener und Mitbegründer des Westwegs) auf die Badener Höhe (1002m Höhe). Vom Großherzog Friedrich Turm  bietet sich ein traumhafter Blick ins Rheintal und natürlich auf das nächste hohe Ziel – die Hornisgrinde.

Auf der Badener Höhe schlage ich mein nasses Zelt neben dem Turm und der Schutzhütte auf und hoffe, dass es wieder trocken wird..

Langsam verlassen die letzten Mountainbiker und Wanderer den Platz und den Turm und ich kann mich ein wenig ausbreiten, um Schlafsack und Inlet zum Trocknen aufzuhängen. Nach etwas Ausruhen gibt’s Abendessen und der zunehmende Wind nach Sonnenuntergang bestärkt mich das inzwischen trockene Zelt wieder einzupacken und dafür das Lager in der Schutzhütte herzurichten.

Der Nordost-Sturm der die ganze Nacht über die 1000m-Gipfel fegt war sowas von laut, dass ich heilfroh war, die Entscheidung für die Schutzhütte getroffen zu haben.

TIPP: Nachts beim Nordostwind beim Pinkeln ist es wichtig die richte Position zum Wind einzunehmen 😉

Etappe 1: Birkenfeld – Schweizerkopfhütte 25,8 km

P1020062_tonemappedUm 10 Uhr, nach meinem Frühstück zuhause, starte ich jetzt richtig in das Abenteuer Westweg 2014. Mein Plan ist es nochmal den Westweg mit Rucksack zu erwandern, ohne geplante Übernachtungen. Im Rucksack, der ungefähr 14kg wiegt, habe ich ein Einmann-Zelt, Luftmatratze und Schlafsack sowie Gaskocher, Essgeschirr und Essen für 12 Tage dabei. Die Wetterprognose für die nächsten 10 Tage sieht so schlecht nicht aus, nur an einem Tag der nächsten Woche ist Regen in der Vorhersage angezeigt. Mal sehen in wie weit man sich auf die Wetterfrösche verlassen kann!

Von Birkenfeld geht es zum Buchberg nach Neuenbürg und dort weiter bis  zur Schwanner Warte auf 490m. Das ist ein Ausflugsziel mit herrlicher Sicht übers Land. Startplatz für Segelflieger und Ausflugslokale sind Anziehungspunkte für Wanderer, Radfahrer und MotorBiker. Ich gönne mir an dieser Stelle schon mal die erste Currywurst bevor ich den Anstieg nach Dobel beginne. Im schattigen Wald steigt man nun bis zum Dreimarkstein hoch auf 675m. Danach kommt man am Volzemer Stein einem Felsenmeer vorbei bevor man dann den Ort Dobel erreicht wo beim Kurhaus das nächste Westweg-Portal mit dem zweiten Stempel für die Westweg-Karte steht.

TIPP: das Kurhaus ist Feiertags zwar geschlossen, aber die Toiletten können von jedem genutzt werden und so kann man dort auch an Wasser kommen.

 

Vorbei am Wasserturm von Dobel geht der Westweg weiter und ich folge dem Weg noch bis wenige Meter nach der Schweizerkopf-Hütte. Beim WeithäuslePlatz habe ich gegen 18 Uhr zwei junge Männer angesprochen die gerade dabei waren vor der Hütte ihre Zelte aufzubauen. Sie sind auch auf dem Westweg nach Basel unterwegs.

 

Um 18.30 Uhr finde ich einen grasbewachsenen vom Westweg abzweigenden Waldweg, der sich anbietet dort das Zelt aufzuschlagen. Gesagt getan, Kocher raus und erstes Abendessen zubereitet. Ramen Nudeln mit Ente-Geschmack. Hat auch gut geschmeckt. So gegen 20 Uhr lag ich schon im Zelt und bin auch bald eingeschlafen.

 

Was ich nicht geahnt hatte bzw. womit ich nicht rechnete, war, dass es nachts Nebel gab und alles um das Zelt mit Nebeltau bedeckte.

Prolog –

P1020049BBBProlog:  Pforzheim – Birkenfeld „Birkenfelder Hof“  7,6 km

Martina und Thomas fahren mich nach Pforzheim zum Kupferhammer. Das ist eine urige Gaststätte mit Biergarten an der Mündung der Würm in die Nagold. Dort beginnen die Fernwanderwege über den Schwarzwald. Der Ostweg, der Mittelweg und der Westweg starten an der Goldenen Pforte, dem ersten der 12 weiteren Westweg-Portale.

 

Nach der Verabschiedung starte ich meinen ersten Aufstieg auf dem Westweg zur Ruine Hoheneck und dann weiter in den Pforzheimer Stadtteil Dillweißenstein. Über den Sonnenberg folgt der Westweg dann einige Meter dem Wasserleitungsweg bevor dann beim Tornado-Stein hinab zur Enz gewandert wird. Übrigens: der Tornadostein erinnert an den verheerenden Wirbelsturm der am Abend des 10. Juli 1968 eine Schneise ins Land zog dem Waldfläche, Häuser und auch Menschen zum Opfer fielen.

 

Am Enzsteg bei Birkenfeld muss sich der Wanderer zwischen zwei Varianten entscheiden. Die vermeintliche leichtere Variante an der Enz entlang Richtung Schloss Neuenbürg oder die „Höhenvariante“ über Birkenfeld. Höhenvariante hört sich schwierig an, aber aus zwei Gründen wähle ich diesen Weg. Erstens sind es nur noch wenige Meter bis zu meiner Wohnung und ich kann nochmal dort übernachten, bevor es endlich richtig los geht. Zweitens kenne ich von vielen Jogging- Mountainbike- bzw. Wandertouren die Enzvariante und den Anstieg  und sofortigen Abstieg vom Schloss Neuenbürg um dann wieder quasi von Null (wirklich sind es glaube ich 280 Meter Höhe) aufzusteigen zum Neuenbürger Buchberg, wo die beiden Varianten sich wieder vereinigen.

Einige Tage später treffe ich vor Hausach ein Wanderpärchen das sich mit nicht so großer Begeisterung über diese „Schikane“ in Neuenbürg auslässt.

Wie gesagt, die Höhenvariante in Birkenfeld steigt am Anfang kurz steil an bis Birkenfelds Marktplatz überquert wird, dann noch einige Höhenmeter bis hinter dem Waldfriedhof, dann aber ist es ein schöner, leicht begehbarer Waldwanderweg bis Neuenbürg Buchberg.

 

TIPP: Wanderer die erst Mittags nach Pforzheim anreisen, können die ersten Kilometer in etwa 1,5 Stunden bis Birkenfeld zurücklegen und finden dort wenige Meter vom Westweg entfernt im Hotel/Gasthof „Birkenfelder Hof“ eine vorzügliche Küche und ausgezeichnete Zimmer zur Übernachtung.