Etappe 2  Schweizerkopf-Hütte – Badener Höhe 29,6 km

P1020091_tonemBBBUm 6.30 Uhr trieben mich die zwitschernden Vögel aus dem Schlafsack (ok auch die Blase drückte schon wieder).  😉  Da alles nass war und auch das Zelt nass eingepackt werden musste, verzichtete ich auf ein Frühstück vor Ort und wollte es bei nächster besserer Gelegenheit nachholen. Trotzdem dauerte es wegen der noch fehlenden Einpackroutine bis 7.30 Uhr bis ich vom Lagerplatz loslegte.

Nach 3,3 km kam ich zur Hahnenfalzhütte. Sie war zwar nicht geöffnet, bot aber nach dem Nebelmarsch bis hierher einen Unterstand und einen Tisch mit Bank, wo ich mein Frühstück bereiten konnte. So gab es zum ersten Mal Haferflocken mit Milchpulver (neue Erfahrung für mich) und was ich erst im Laufe der gesamten Wanderung immer mehr zu schätzen lernte ist, dass ich am Brunnen bei der Hütte klares frisches Wasser in meine Trinkflaschen füllen konnte. Und man glaubt gar nicht, wie gut so ein frisches Wasser schmeckt.

Nach dem Frühstück nahm ich nun die nächsten Kilometer in Angriff und es ging über Kaltenbronn, Hohlohsee bis zum Hohlohturm. (984m Höhe). Einige Mountainbiker begegneten mir dort und genau wie ich wollten Sie über den Latschigfelsen ins Murgtal nach Forbach absteigen.

Eine herrliche Aussicht gab’s beim Latschigfelsen und dort bot sich auch die Gelegenheit den Sitz der Schuhe zu überprüfen, das steile Absteigen drückte den Fuß immer ganz nach vorne in den Schuh und die Gefahr einer Wasserblase oder von Druckstellen war dadurch stark erhöht. Am Hexenbrunnen bei Gausbach (400m Höhe) war wieder Wasser „bunkern“ angesagt und auch so konnte man sich dort ein wenig erfrischen. Der Fahrstraße entlang gelangt man in den Ort, wo einen das nächste Westweg-Portal empfängt und man seinen dritten Stempel auf die Karte drucken kann.

Über die berühmte Holzbrücke überquerte ich nun in Forbach die Murg (300m Höhe) und ging der Hauptstraße entlang die andere Bergseite an. Da keines der kulinarischen Angebote im Ort mich zu überzeugen wusste, stieg ich eben sofort den steilen Anstieg bis zur Maria-Hilf-Kapelle (380m Höhe) hinauf und am dortigen Brunnen füllte ich meine Wasserdepots erneut auf. Nach einem kurzen Gespräch mit meinem Liebling zuhause, um sie über meine weiteren Pläne und Ziele zu informieren, mache ich mich auf den (mühsamen!) Anstieg zur Wegscheidhütte. Die Wegscheidhütte ist eine neuzeitliche Schutzhütte mit einem Schlafbereich im Dach und Essplätzen mit kleinen Tischen im unteren Bereich. Davor gibt es Holzbänke und -tische und eine Feuerstelle. So dass man dort gut eine Nacht verbringen kann. Ein Hinweisschild informiert darüber, dass in wenigen hundert Metern ein Brunnen frisches Wasser bietet.

Hier blieb ich um mein Mittagessen zu zubereiten. Es gab Nudeln mit Ente und eine Nudeltasse mit Huhn!!! Ein kurzer Gedanke hier die Nacht zu verbringen verdränge ich gleich wieder, weil die Neugier auf die Schwarzenbachtalsperre zu groß ist. Am schon genannten Brunnen fülle ich das beim Kochen verbrauchte Wasser wieder nach und weiter geht’s zum Stausee.

Den Stausee kannte ich schon von verschieden Besuchen, aber noch nie hab ich ihn auf dieser Seite gesehen bzw. bin daran entlang gelaufen. So geht es weiter am Zulauf des Sees, hinauf zum Herrenwieser See und vorbei am Bussemer Denkstein (Philipp Bussemer war ein Baden-Badener und Mitbegründer des Westwegs) auf die Badener Höhe (1002m Höhe). Vom Großherzog Friedrich Turm  bietet sich ein traumhafter Blick ins Rheintal und natürlich auf das nächste hohe Ziel – die Hornisgrinde.

Auf der Badener Höhe schlage ich mein nasses Zelt neben dem Turm und der Schutzhütte auf und hoffe, dass es wieder trocken wird..

Langsam verlassen die letzten Mountainbiker und Wanderer den Platz und den Turm und ich kann mich ein wenig ausbreiten, um Schlafsack und Inlet zum Trocknen aufzuhängen. Nach etwas Ausruhen gibt’s Abendessen und der zunehmende Wind nach Sonnenuntergang bestärkt mich das inzwischen trockene Zelt wieder einzupacken und dafür das Lager in der Schutzhütte herzurichten.

Der Nordost-Sturm der die ganze Nacht über die 1000m-Gipfel fegt war sowas von laut, dass ich heilfroh war, die Entscheidung für die Schutzhütte getroffen zu haben.

TIPP: Nachts beim Nordostwind beim Pinkeln ist es wichtig die richte Position zum Wind einzunehmen 😉

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